BP Ultimate Rally-Raid Portugal 2026: Warum dieser W2RC Lauf einer der spannendsten des Jahres werden könnte
- vor 5 Tagen
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Die FIA-FIM World Rally-Raid Championship 2026 wechselt nach Dakar in ein komplett anderes Terrain und genau das macht die BP Ultimate Rally-Raid Portugal so spannend.
Nach den schnellen Wüstenetappen, Dünen und offenen Landschaften in Saudi-Arabien wartet in Portugal eine ganz andere Herausforderung. Enge Schotterpisten, technische Abschnitte, ständig wechselnder Grip, schnelle Richtungswechsel, Wälder, Hügel und dazu die reale Gefahr von Regen, der die Strecke in eine rutschige Falle verwandeln kann. Es bleibt Rally Raid, aber mit einem völlig anderen Charakter. Weniger reine Wüsten-Power, dafür mehr Präzision, Kurvengeschwindigkeit, Gefühl und kluge Risikokontrolle.
Die diesjährige Ausgabe führt in fünf Wertungsprüfungen von Grândola nach Loulé, mit einem Abstecher nach Spanien und wieder zurück nach Portugal. Die Strecke ist kompakt, intensiv und so aufgebaut, dass vom ersten bis zum letzten Kilometer Druck entsteht. Genau deshalb gehört Portugal zu den unberechenbarsten Läufen im W2RC Kalender.

Ein Rally Raid mit ganz eigenem Charakter
Portugal belohnt andere Stärken als Dakar.
In Saudi-Arabien dominieren oft Fahrer und Piloten, die sich in offenen Wüsten, Dünenfeldern und langen Navigationspassagen zuhause fühlen. In Portugal sind die Abstände meist kleiner. Die Wege enger. Der Untergrund verändert sich ständig. Und wenn Regen dazukommt, wird alles noch schwieriger.
Gerade Fahrer und Motorradpiloten mit Enduro-Erfahrung, einem guten Gefühl für gemischte Untergründe und hoher Präzision auf technischen Strecken können hier plötzlich besonders stark aussehen. Genau deshalb sorgt Portugal immer wieder für Überraschungen, knappe Entscheidungen und Kämpfe um Sekunden statt Minuten.
Für Fans ist das perfekt. Dieser Lauf ist nicht einfach nur die zweite Runde der Saison. Er ist ein echter Härtetest außerhalb der Komfortzone.
Das Motorradfeld bringt starke Storylines mit
Bei den Bikes ist die Ausgangslage besonders spannend.
Luciano Benavides reist als Führender der Weltmeisterschaft nach Portugal, doch ausgerechnet diese Rally hat ihm bisher noch nicht seine beste Seite gezeigt. Genau das macht ihn so interessant. Er hat Selbstvertrauen, er hat das Momentum aus Dakar, aber jetzt muss er beweisen, dass er auch auf diesem Terrain dominieren kann.
Tosha Schareina wirkt dagegen wie gemacht für diese Veranstaltung. Der Spanier hat in Portugal bereits gezeigt, wie stark er hier sein kann. Wenn die Strecke technisch wird und der Untergrund rutschig ist, steigen seine Chancen noch einmal deutlich. Sollte das Wetter eine Rolle spielen, wird er für viele zu einem der Topfavoriten.
Daniel Sanders gehört natürlich ebenfalls in die erste Reihe. Er weiß, wie man hier gewinnt, und er hat schon mehrfach gezeigt, dass ihm schwierige Bedingungen liegen. Wenn die Etappen nass, schmutzig und unberechenbar werden, ist er sofort einer der gefährlichsten Namen im Feld.
Und dann ist da noch Ricky Brabec. Portugal ist nicht sein klassisches Lieblingsrevier wie die offene Wüste, aber genau das macht seine Aufgabe so spannend. Wenn ein Champion auf ungewohntem Terrain antreten muss, zeigt sich oft erst seine ganze Klasse.
Genau das ist die Stärke der W2RC. Ein einzelner Lauf kann das Kräfteverhältnis komplett verändern.
Autos: Kann jemand Nasser stoppen?
In der Auto-Kategorie richtet sich der Fokus klar auf Nasser Al Attiyah.
Portugal liegt ihm, und er kommt mit genau der Mentalität an den Start, die man von ihm kennt: gewinnen. Auf einer Rally, bei der jeder kleine Fehler Zeit kostet, ist diese Entschlossenheit ein riesiger Vorteil. Nasser bleibt einer der absoluten Meister darin, eine Prüfung zu lesen, Druck zu kontrollieren und im richtigen Moment anzugreifen.
Doch einfach wird es nicht.
Lucas Moraes ist ein ernsthafter Gegner und weiß bereits, wie sich ein Sieg in Portugal anfühlt. Er hat sich in den letzten Jahren zu einem der komplettesten Fahrer im Feld entwickelt. Ruhig, präzise, intelligent. Gerade wenn es auf kleine Unterschiede ankommt, ist er brandgefährlich.
Carlos Sainz bringt zusätzliche Würze in dieses Feld. Selbst wenn er nicht immer als erster Favorit genannt wird, bleibt er einer der gefährlichsten Fahrer überhaupt. Seine Erfahrung, seine Rennintelligenz und seine Fähigkeit, schwierige Tage zu managen, machen ihn auf jeder Etappe relevant.
Spannend ist auch die Entwicklung bei Defender Rally. Für manche Werksteams geht es in Portugal nicht nur um das Ergebnis, sondern auch darum, Fahrzeuge unter europäischen Bedingungen weiterzuentwickeln. Damit wird dieser Lauf nicht nur für die WM interessant, sondern auch für die Zukunft des gesamten Feldes.
Warum die Strecke 2026 entscheidend werden kann
Die Rally führt 2026 über fünf Etappen zwischen Grândola, Badajoz und Loulé. Auf dem Papier ist das deutlich kompakter als Dakar. In der Praxis bedeutet es aber vor allem eines: weniger Spielraum.
In einer kürzeren Rally gibt es weniger Zeit, Fehler zu korrigieren. Ein Plattfuß, die falsche Reifenentscheidung, Bremsprobleme, ein kleiner Navigationsfehler oder ein schlechter Moment im Schlamm können deutlich schwerer wiegen als bei einem langen Marathon-Event.
Jede Etappe zählt.
Die erste Etappe entscheidet oft darüber, wer sauber in den Rhythmus kommt. Die längeren Tage können das Klassement massiv auseinanderziehen. Und die Schlussetappe darf man nie unterschätzen. Gerade im Rally Raid kann ein kurzer letzter Tag trotzdem alles verändern.
Wenn Regen wirklich kommt, könnte diese Ausgabe sogar noch selektiver werden als erwartet.
Portugal ist viel mehr als nur Runde 2
Genau deshalb hat sich die BP Ultimate Rally-Raid Portugal so schnell einen festen Stellenwert im W2RC Kalender erarbeitet.
Dieser Lauf ist nicht einfach nur ein europäischer Zwischenstopp. Er ist ein echter Gradmesser.
Portugal stellt eine simple, aber harte Frage: Bist du überall schnell oder nur auf deinem Lieblingsterrain?
Das macht diese Rally für Fans, Teams und Hersteller so wertvoll. Schwächen werden sichtbar. Vielseitigkeit wird belohnt. Der Druck steigt. Und weil die Abstände oft so klein sind, bleibt die Weltmeisterschaft offen und lebendig.
Fazit
Wenn du Rally Raid genau wegen seiner Unberechenbarkeit liebst, dann solltest du Portugal genau beobachten.
Hier gibt es Werksteams. Hier gibt es Champions unter Druck. Hier gibt es eine Strecke, die harmlos wirken kann, aber Fehler brutal bestraft. Hier spielt das Wetter möglicherweise eine große Rolle. Und hier kann sich das Klassement schneller drehen, als viele erwarten.
Dakar bleibt der größte Name im Rally Raid. Aber Läufe wie die BP Ultimate Rally-Raid Portugal 2026 zeigen, warum die World Rally-Raid Championship so faszinierend ist.
Denn genau hier werden aus Spezialisten echte Komplett-Champions.




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