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Was 778 Namen über die Dakar 2026 verraten – und wo der deutschsprachige Raum mitfährt

  • Autorenbild: Sven Syfrig
    Sven Syfrig
  • 25. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Es gibt im Motorsport ein Dokument, das ehrlicher ist als jede Pressemitteilung: die Starterliste. Kein Marketing, keine Versprechen – nur Namen, Nationen, Nummern. Wer hier steht, hat unterschrieben. Hat bezahlt. Hat sich für zwei Wochen Wüste, Schlafmangel und Ungewissheit entschieden, lange bevor das erste Roadbook aufgeschlagen wird.


Für die Dakar 2026 umfasst dieses Dokument 778 Menschen in rund 431 Fahrzeugen aus 26 Nationen. Wir haben es nicht überflogen – wir haben jede einzelne Zeile der offiziellen ASO-Listen ausgewertet. Und je länger man auf diese Namen schaut, desto klarer wird: Eine Starterliste ist keine Tabelle. Sie ist eine Landkarte der Träume. Hier ist, was sie erzählt.


Weißer Rallye-Peugeot 711 rast über eine Schotterpiste und wirbelt Staub in der kargen Wüstenlandschaft auf.

Frankreich war schon da, bevor die Wüste kam


Beginnen wir mit der unbequemen Wahrheit für alle Nicht-Franzosen: Die Dakar bleibt im Herzen ein französisches Abenteuer. 189 der 778 Teilnehmer reisen mit französischem Pass an – fast jeder Vierte. Das ist kein Zufall, sondern Erbgut. Thierry Sabine erfand diese Rallye 1978 als romantische Selbstüberforderung, und dieses Gen hat sich vererbt.


Dahinter wird es verräterischer. Spanien stellt 109 Teilnehmer, Italien 70 – beides Länder mit dichter Rallye-Kultur und kurzem Weg nach Nordafrika, dem historischen Trainingsrevier der Wüstenfahrer. Der eigentliche Aufsteiger aber sind die Niederlande mit 55 Personen. Ein flaches Land ohne nennenswerte Düne weit und breit – und trotzdem auf Rang vier.


Die Antwort steht in der Truck-Kategorie. Wer die Namen van den Brink, de Groot, Huzink liest, versteht: Die Niederlande sind die heimliche Lkw-Grossmacht der Dakar. Dasselbe Muster bei Tschechien (35 Teilnehmer), dem Land von Loprais und Tatra. Die Nationenrangliste ist in Wahrheit eine verkappte Landkarte automobiler Subkulturen.


Die wahre Königsklasse ist nicht, was du denkst


Wenn das Fernsehen von der Dakar erzählt, zeigt es Werksautos: Toyota, Ford, Dacia, Millionenbudgets, Carlos Sainz, Nasser Al-Attiyah. Die „Ultimate"-Kategorie ist das Schaufenster – 73 Fahrzeuge, viel Prominenz, noch mehr Geld.


Aber das Schaufenster ist nicht das Geschäft. Schaut man auf die schiere Masse, regiert eine andere Klasse: die Dakar Classic mit 97 Fahrzeugen und 214 Personen – die teilnehmerstärkste Kategorie der gesamten Rallye. Mehr Menschen als in der Königsklasse. Mehr Geschichten. Mehr echtes Abenteuer.


Die Classic ist der Ort, an dem die Dakar wieder zu sich selbst findet. Hier rollen Range Rover Classic, Mitsubishi Pajero, Porsche 911 und betagte Toyota Land Cruiser durch den Sand – Fahrzeuge, die älter sind als manche Werksfahrer. Am Steuer sitzen keine bezahlten Profis, sondern Menschen, die ihr Projekt oft selbst finanziert, geschraubt und durchlitten haben. Und genau das erklärt, warum der deutschsprachige Raum ausgerechnet hier so präsent ist.


Der deutschsprachige Raum in der Wüste: 39 Namen


Über alle Kategorien hinweg fahren 39 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – und auffällig viele davon in der Classic, der Heimat der Sorgfältigen. Hier sind sie, nach Startnummer, mit Fahrer und Beifahrer:


Bikes (Motorrad)

- #64 🇨🇭 Alexandre Vaudan (KTM)

- #67 🇨🇭 Dennis Mildenberger (KTM)

- #96 🇦🇹 Tobias Ebster (Hero)

- #101 🇩🇪 Maxi Schek (KTM)

- #134 🇩🇪 Markus Hertlein (Honda)


Ultimate (Autos)

- #201 Yazeed Al Rajhi 🇸🇦 / Timo Gottschalk 🇩🇪 (Toyota)

- #223 Lucas Moraes 🇧🇷 / Dennis Zenz 🇩🇪 (Dacia)

- #229 Daniel Schröder 🇩🇪 / Henry Carl Köhne 🇿🇦 (Volkswagen)

- #256 Jürgen Schröder 🇩🇪 / Stuart Gregory 🇿🇦 (Volkswagen)


Challenger (T3)

- #332 Vic Flip 🇦🇹 / Stefan Henken 🇩🇪 (Can-Am)

- #351 Alexandre Pesci 🇨🇭 / Stephan Kühni 🇨🇭 (Taurus)


SSV (T4)

- #416 Kyle Chaney 🇩🇪 / Jacob Argubright 🇺🇸 (Can-Am)


Stock (T2)

- #505 Peter Hamza 🇭🇺 / Andras Kalmar 🇦🇹 (Nissan)


Trucks

- #628 Mathias Behringer 🇩🇪 / Michael Helminger 🇫🇷 / **Philipp Rettig** 🇩🇪 (MAN)

- #650 Jürgen Hellgeth 🇩🇪 / Andreas Hellgeth (Mercedes)


Classic

- #708 Jörg Sand 🇩🇪 / Onno den Boer 🇳🇱 (Mercedes)

- #717 Mathieu Kurzen 🇨🇭 / Sébastien Dubois 🇫🇷 (Nissan)

- #727 Peter Brabeck-Letmathe 🇦🇹 / Jean-Michel Gayte 🇫🇷 (Mitsubishi)

- #741 Daniel Vetter 🇨🇭 / Anton Frutiger 🇨🇭 (Toyota)

- #742 Christophe Chabeuf 🇫🇷 / Thierry Fresard 🇨🇭 (Toyota)

- #744 Stephane Gutzwiller 🇨🇭 / Hilde De Sutter 🇧🇪 (Toyota)

- #763 Maximilian Loder 🇩🇪 / Laurence Loder 🇩🇪 (Puch)

- #765 Ulrich Schmidt 🇩🇪 / Brigitte Reitbauer 🇩🇪 (Mercedes)

- #778 Sladjan Miljic 🇨🇭 / Marcel Adelmann 🇩🇪 (Lada Niva)

- #918 Robert Thiele 🇩🇪 / Jan Holtz 🇩🇪 / Daniel Schatz 🇩🇪 (Mercedes)

- #919 Stefan Gehrmann 🇩🇪 / Sebastian Gatz 🇩🇪 (Mercedes)

- #923 Alexander Schmidt 🇩🇪 / Daniel Lörtscher 🇨🇭 / Jan Dippel 🇩🇪 (Mercedes)


Eine Crew sticht heraus: Daniel Vetter und Anton Frutiger (#741) bilden das einzige rein schweizerische Duo des Feldes. Und mit dem Puch G der Loder-Familie (#763), dem Mercedes-Truck-Trio um Robert Thiele (#918) und Routinier Peter Brabeck-Letmathe (#727) zeigt der deutschsprachige Raum genau das, was die Classic belohnt: Erfahrung, Vorbereitung, einen kühlen Kopf.


Der wahre Held der Dakar heisst „Privatier"


Hier kommt die Pointe, die in keiner Schlagzeile auftaucht: Die Dakar wird nicht von Werksteams getragen, sondern von Privatiers. Die Werksautos sind die Spitze des Eisbergs. Der Eisberg selbst besteht aus Menschen, die sich diesen Wahnsinn freiwillig und auf eigene Kosten antun.


Das ist die zweite Geschichte, die die Liste flüstert: Rally-Raid demokratisiert sich. Neben Classic und Challenger gibt es heute die SSV-Klasse (43 Fahrzeuge) und sogar „Mission 1000" – ein mutiges Versuchsfeld für Elektro- und Wasserstoffantriebe. Acht Fahrzeuge, die heute wie eine Fussnote wirken und in zehn Jahren die Hauptgeschichte sein könnten.


TimeOut Racing: international im Cockpit, Schweizer in der Präzision


Genau dort – wo Vorbereitung über Finish oder Frühschluss entscheidet – setzt TimeOut Racing an. Wir sind kein Schweizer Team. Wir sind ein internationales Team mit Schweizer Wurzeln und Schweizer Präzision. Das beweist schon unsere eigene Nennung: Unter Startnummer 720 geht ein Toyota HDJ 80 mit der Crew Juraj Sebalj / Dusan Bucan in die Classic – ein Beleg dafür, dass Talent keinen Pass kennt, Sorgfalt aber eine Haltung ist.


Diese Haltung ist simpel: Die Dakar gewinnt man nicht in der einen heroischen Etappe, sondern in den hundert kleinen Entscheidungen davor. Welche Ersatzteile man mitnimmt. Wie man das Fahrwerk abstimmt. Wie ruhig man bleibt, wenn um drei Uhr morgens etwas klemmt. Für alle, die selbst einmal in dieser Starterliste stehen möchten, ist die Classic der realistischste Einstieg in den grössten Motorsport-Traum der Welt – egal, welcher Pass im Handschuhfach liegt.


Häufige Fragen zur Dakar 2026



Wie viele Teilnehmer hat die Dakar 2026?

Rund 431 Fahrzeuge mit etwa 778 Personen aus 26 Nationen, verteilt auf acht Kategorien.


Welche Nation stellt die meisten Teilnehmer?

Frankreich mit 189 Personen, vor Spanien (109), Italien (70) und den Niederlanden (55).


Wie viele Teilnehmer kommen aus dem deutschsprachigen Raum?

39 – 24 aus Deutschland, 11 aus der Schweiz und 4 aus Österreich. Ein Schwerpunkt liegt in der Dakar Classic.


Warum ist die Dakar Classic so beliebt?

Mit 97 Fahrzeugen ist sie die teilnehmerstärkste Kategorie. Sie belohnt Vorbereitung und Erfahrung statt Werksbudget – der ehrlichste und zugänglichste Weg an den Start.


Der Sand vergisst nichts


Die Starterliste der Dakar 2026 ist mehr als eine Aufzählung. Sie ist ein Versprechen von 778 Menschen, sich der grössten Herausforderung des Motorsports zu stellen – darunter 39 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn im Januar der Staub aufsteigt, wird sich zeigen, wer aus dem Namen auf dem Papier eine Geschichte im Sand macht.


Du träumst von der eigenen Dakar – oder willst wissen, wie ein Classic-Projekt wirklich abläuft? Sprich mit dem Team von TimeOut Racing →



> Datenbasis:offizielle ASO-Starterlisten (Dakar Classic „Authorized Crew List", Stand 02.01.2026; übrige Kategorien vorläufig, Stand 13.11.). Platzhalter-Nennung #267 entfernt. Beifahrer in den vorläufigen Klassen können sich noch ändern.

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